{"id":1013,"date":"2021-07-09T08:43:21","date_gmt":"2021-07-09T06:43:21","guid":{"rendered":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/?p=1013"},"modified":"2022-04-03T23:58:29","modified_gmt":"2022-04-03T21:58:29","slug":"good-vibrations-anmerkungen-zu-carlfriedrich-claus-eulenspiegel-reflex-1964-1965","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/good-vibrations-anmerkungen-zu-carlfriedrich-claus-eulenspiegel-reflex-1964-1965\/","title":{"rendered":"Good Vibrations? Anmerkungen zu Carlfriedrich Claus\u2018 Eulenspiegel-Reflex, 1964\u20131965"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><a href=#pdf>PDF<\/a><\/li>\n<li><a href=#Literatur>Literatur<\/a><\/li>\n<li><a href=#Anmerkungen>Anmerkungen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Carlfriedrich Claus geh\u00f6rt auf k\u00fcnstlerischem und intellektuellem Gebiet zu den gro\u00dfen Solit\u00e4ren der Nachkriegszeit in Ostdeutschland, als individuelle K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit jenseits des Mainstreams und fern der staatlichen Kulturpolitik. Sucht man nach ihm in den einschl\u00e4gigen \u00dcbersichtswerken zur Kunst in Deutschland oder in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, ist es zumeist vergebens. Bei Carlfriedrich Claus, k\u00fcnstlerisch und intellektuell ein Autodidakt und mit der Welt durch Korrespondenzen verbunden, f\u00fchrte die Zur\u00fcckgezogenheit seiner Existenz in der Peripherie der DDR dazu, dass er zeitlebens ein Nischendasein fristete und bis heute nicht von einem gr\u00f6\u00dferen Publikum wahrgenommen wird. Claus war \u00fcberzeugter Kommunist, wurde aber von der offiziellen Kulturpolitik der DDR gemieden. Dieses Spannungsverh\u00e4ltnis l\u00e4sst sich gut an seiner Auseinandersetzung mit der Figur des Till Eulenspiegel darstellen, der ihn lange Jahre besch\u00e4ftigte und zu dem er zwei Sprachbl\u00e4tter geschaffen hat.<\/p>\n<h2>Die Anf\u00e4nge: Struktur und Sprache<\/h2>\n<p>Carlfriedrich Claus, 1930 geboren, lebte zur\u00fcckgezogen im erzgebirgischen Annaberg im elterlichen Haus, ohne sich intellektuell von der Welt jedoch abgekapselt zu haben (Abb. 1). Im Gegenteil, bildungshungrig entdeckte er als Jugendlicher in Zeitschriften und Kunstb\u00fcchern die moderne Kunst, vor allem Picasso, auch Mir\u00f3 oder Klee. Er begann sich f\u00fcr k\u00fcnstlerische und philosophische Fragen zu interessieren, weniger indem er reiste (aber auch das), sondern indem er sich lesend und schreibend gedanklich bewegte und sich mit den stark politisierten gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen der Nachkriegszeit auseinandersetzte. \u00bbIch war isoliert, aber verbunden mit den gesellschaftlichen Vorg\u00e4ngen\u00ab, erinnert er sich 1976 in einem Interview. \u00bbEs war also der Dialog mit sich selbst und mit den gesellschaftlichen Prozessen, politischen Prozessen und Naturprozessen. Also keine Flucht nach innen, keine Introversion.\u00ab<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Wissbegierig fing er in den fr\u00fchen 1950er Jahren an, Kontakt mit Personen aufzunehmen, von denen er sich Antworten auf seine Fragen erhoffte und die seinen Horizont weiten konnten. Unter diesen war in der Fr\u00fchphase die wichtigste Person Will Grohmann. Der bis 1951 in Dresden und dann in West-Berlin lebende Kunstkritiker und Professor war ein konsequenter Verfechter der Abstraktion und Moderne. Grohmann und seine Assistentin Annemarie Zilz waren es, die ihm neue Perspektiven er\u00f6ffneten, ihn in die Kunst und Kunsttheorie einf\u00fchrten, zu Fragen von Repr\u00e4sentation und Abstraktion Antworten gaben, ihm aber auch Tipps zu Ausstellungen und Kontakte vermittelten. \u00dcber Grohmann angeregt, fing er an, Kandinsky zu lesen, sich f\u00fcr das \u203aGeistige in der Kunst\u2039 zu interessieren, studierte Bloch, Heidegger, J\u00fcnger und andere, nachdem er zuvor sich bereits mit Steiner und die Anthroposophie besch\u00e4ftigt hatte.<\/p>\n<p>Inspiriert von den modernen Formen der Poesie (Jean Arp u.\u00a0a.), wandte er sich ab den sp\u00e4ten 1940er Jahren der eigenen Poesie und dann der Lautdichtung zu, der Darstellung von sprachlichen \u00bbKonstellationen\u00ab (Eugen Gomringer) und von \u00bbKlang-Gebilden\u00ab, wie er sie nannte, die ihren Ausdruck in einem komplexen Kosmos von Zeichen und Gedanken fanden. Auf Anregung von Grohmann schickte er 1955 seine Poeme an Arp, der ihn in seinen poetischen Ambitionen best\u00e4rkte. Kontinuierlich arbeitete er weiter an seinen Gedichten, strukturierte, fragmentierte, isolierte Buchstaben und Wortteile auf dem Papier. Aus der Literatur und Sprache kommend, entwickelte Claus schreib-zeichnerisch visuelle Strukturen, die er zum Teil auch dadurch erzeugte, dass er als Rechtsh\u00e4nder mit links notierte, so dass weniger die Lesbarkeit im Vordergrund stand als vielmehr zeichenhaft-verfremdete Notate. Wie andere K\u00fcnstler der Zeit, etwa der mit ihm befreundete Franz Mon, arbeitete Claus \u00bbim Zeichen der Verfremdung des Vertrauten, des Aufbrechens eingefahrener Seh-, Schreib- und Lesegewohnheiten [\u2026], um den Betrachter auf neue f\u00fcr sprachliche und visuelle Strukturen zu sensibilisieren\u00ab.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Die Hand wurde zum Seismographen des Denkens und Instrument zur Wahrnehmungsver\u00e4nderung. Denn: \u00bbSchrift ist nicht nur Informations-Vehikel\u00ab, so Claus 1976, \u00bbauch sie selbst, das Vehikel selbst, sendet Signale aus, strukturelle Informationen.\u00ab<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Er \u00fcbertrugt diese Erkenntnis auch auf das Sprechen, das er seit 1959 mit Tonbandaufnahmen, \u00bbSprechexerzitien\u00ab oder \u203aLautprozesse\u2039 genannt, k\u00fcnstlerisch bearbeitete. Zwar nutzte er auch die Fotografie, aber sein prim\u00e4res k\u00fcnstlerisches Feld waren bildhafte Sprachnotate auf dem Blatt, seine Arbeitsweise bei den Sprachbl\u00e4ttern definierte er als \u00bbprozessuale, dialektisch-mehrschichtige \u00dcberf\u00fchrung von Denkprozessen in visuelle Spannungsfiguren\u00ab.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Die Selbstbeobachtung beim Denken stand also am Anfang des Bearbeitens eines Blatts: \u00bbDie Arbeit am Ich steht im korrelativen Verh\u00e4ltnis zur k\u00fcnstlerischen Arbeit\u00ab, schrieb er an den informellen K\u00fcnstler Bernard Schultze 1957.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_1016\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/CFC-im-Arbeitszimmer_1979_A4-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1016\" class=\"size-medium wp-image-1016\" src=\"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/CFC-im-Arbeitszimmer_1979_A4-240x300.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/CFC-im-Arbeitszimmer_1979_A4-240x300.jpg 240w, https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/CFC-im-Arbeitszimmer_1979_A4-818x1024.jpg 818w, https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/CFC-im-Arbeitszimmer_1979_A4-768x962.jpg 768w, https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/CFC-im-Arbeitszimmer_1979_A4-1227x1536.jpg 1227w, https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/CFC-im-Arbeitszimmer_1979_A4-1636x2048.jpg 1636w, https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/CFC-im-Arbeitszimmer_1979_A4-800x1002.jpg 800w, https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/CFC-im-Arbeitszimmer_1979_A4-scaled.jpg 2044w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1016\" class=\"wp-caption-text\">Stephan-Brosch, Carlfriedrich Claus in seinem Arbeitszimmer, um 1980, Fotografie, Kunstsammlungen Chemnitz &#8211; Carlfriedrich Claus Archiv<\/p><\/div>\n<h2>Netzwerke: M\u00f6glichkeiten und Grenzen<\/h2>\n<p>Der Philosoph Ernst Bloch, der seit 1948 in Leipzig lehrte (und 1961 nach dem Bau der Mauer die DDR verlie\u00df), wurde einer der wichtigsten Denker f\u00fcr Claus. Blochs neomarxistischen Schriften wie der <em>Geist der Utopie<\/em> (1918) und vor allem <em>Das Prinzip Hoffnung<\/em> (1954\u20131959) haben Claus\u2018 Denken nachhaltig gepr\u00e4gt, sicherlich auch sein Interesse an Thomas M\u00fcntzer oder der Idee der Aurora als Ausdruck der Hoffnung auf eine politische Morgenr\u00f6te (<em>Aurora<\/em>-Mappe, 1975\u20131976). Die von Bloch im Vorwort seines <em>Prinzips Hoffnung<\/em> notierte ber\u00fchmte Sentenz: \u00bbDenken hei\u00dft \u00dcberschreiten\u00ab k\u00f6nnte auch als Motto f\u00fcr Carlfriedrich Claus gelten,<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> der aus den gedanklichen Netzwerken heraus seine unmittelbare Lebensrealit\u00e4t \u00fcberwand und am utopischen Charakter des Denkens keinen Zweifel hegte, was ihn dann auch mit Teilen der j\u00fcngeren Generation von Nachkriegsk\u00fcnstlern in Ost und West verband. Claus suchte weltweit mit Personen, die ihn interessierten den brieflichen Kontakt. Er erhielt reichlich Antworten, oft auch Kunstwerke geschenkt, etwa von Fritz Winter. Umfangreiche Tageb\u00fccher, Korrespondenzen und seine Bibliothek, heute im Carlfriedrich Claus Archiv der Kunstsammlungen Chemnitz bewahrt, zeugen von einem gewaltigen Wissenshunger und seiner Neugierde, aber auch von einem umfassenden Netzwerk. Ein gro\u00dfz\u00fcgiger Austausch mit heute noch wichtigen Intellektuellen und K\u00fcnstlern wie Jean Arp, Fritz Winter, Bernard Schultze, Franz Mon, Eugen Gomringer, Raoul Hausmann, Dieter Roth und vielen anderen mehr entspann sich, die Korrespondenzen umfassen mehr als 22.000 Schreiben.<\/p>\n<p>Claus hatte sich Anfang der 1960er Jahre einen Namen als Autor und K\u00fcnstler gemacht \u2013 wichtige Beteiligungen wie an Franz Mons Anthologie <em>movens <\/em>1960 oder an der Ausstellung <em>Schrift und Bild<\/em> in Amsterdam und Baden-Baden 1963 bezeugen dies. Auch innerhalb der DDR wurde er in Kunstkreisen wahrgenommen, wo er und seine Korrespondenz aufgrund seiner West-Kontakte sp\u00e4testens seit Anfang der 1960er Jahre allerdings vonseiten der Staatssicherheit \u00fcberwacht wurden, ohne dass Claus sich politisch oppositionell zur DDR gezeigt h\u00e4tte \u2013 im Gegenteil, er war unter dem Eindruck von Bloch \u00fcberzeugter Kommunist, aber eben kein Staatssozialist. 1969 wurden seine Bl\u00e4tter als \u203aantisozialistisch\u2039 und \u203aantihumanistisch\u2039 vom Vorstand des Verbands Bildender K\u00fcnstler des Bezirks Karl-Marx-Stadt eingestuft, er selbst zunehmend isoliert. 1974 wurde er auf Vorschlag von Thomas Ranft, der seine <em>Aurora<\/em>-Mappe druckte, im Verband aufgenommen und konnte erst dann aufgrund des offizielleren Status als K\u00fcnstler freier arbeiten. Claus, der seine \u00dcberwachung und Isolation als \u00bbdoch etwas paradoxe Situation\u00ab bezeichnete, antwortete 1976 auf die Frage nach seiner weltanschaulichen Position jedoch sehr klar: \u00bbIch bin Kommunist.\u00ab<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Claus Verh\u00e4ltnis zur Partei und umgekehrt war also sehr angespannt. Der erste Ankauf f\u00fcr ein Museum \u00fcberhaupt wurde 1964 mit der Erwerbung des Sprachblatts <em>Wortfamilie <\/em>durch den weitsichtigen Direktor des Dresdener Kupferstichkabinetts Werner Schmidt get\u00e4tigt und damit der Grundstein f\u00fcr eine Reihe systematischer Erwerbungen durch das Kupferstichkabinett gelegt. Bis heute ist Dresden damit eine wichtige Sammlung f\u00fcr das Werk von Carlfriedrich Claus neben den Kunstsammlungen Chemnitz. \u00d6ffentliche Ausstellungen blieben Claus jedoch zun\u00e4chst verwehrt, die Kontrolle der Post nahm zu, der Alltag wurde restriktiver; er bekam keine B\u00fccher mehr zugestellt und die Ausleihe aus Bibliotheken wurde ihm erschwert. Auch hier zeigte sich Werner Schmidt als ein wichtiger Verb\u00fcndeter: Claus konnte sich ab 1965 B\u00fccher an das Kupferstich-Kabinett in Dresden schicken lassen. Konspiratives Komplizennetzwerk. Schmidt war auch wichtig f\u00fcr weitere Kontakte, so lernte Claus wichtige Pers\u00f6nlichkeiten wie Rudolf Mayer, dem Cheflektor im Verlag der Kunst und Herausgeber der eikon Grafik-Presse, oder Picassos Kunsth\u00e4ndler Daniel-Henry Kahnweiler kennen, der anl\u00e4sslich der Ausstellung von Picasso-Grafiken 1966 in Dresden war, ein Sprachblatt von Claus erwarb und mit ihm bis 1978 in Korrespondenz stand.<\/p>\n<h2>Diaphane Prozesse<\/h2>\n<p>Die fr\u00fchen 1960er Jahre waren k\u00fcnstlerisch, von den Kontakten und Netzwerken her, aber auch konzeptuell f\u00fcr Claus von gro\u00dfer Bedeutung. In dieser Zeit manifestierten sich seine entscheidenden k\u00fcnstlerischen Positionen. So entstand 1961 sein erstes doppelseitig geschrieben-gezeichnetes Sprachblatt auf transparentem Papier (<em>Erster versuchender doppelseitiger Sprachakt<\/em>, 1961, Kunstsammlungen Chemnitz \u2013 Carlfriedrich Claus Archiv, WVZ-Nr. 247), um die Dimensionen des Blattes und des Denkens zu erweitern, Vorder- und R\u00fcckseite in Beziehung zu setzen. Die semantische Ebene wurde gesteigert und \u00fcber die Diaphanie das Papier r\u00e4umlich-objekthaft ausgeweitet \u2013 mit der Folge, dass auch die Betrachterinnen sich im Raum bewegend damit auseinandersetzen konnten.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Eine solche Erweiterung der Fl\u00e4che in den Raum wurde einige Jahre zuvor von Lucio Fontana mit seinem <em>Concetto spaziale<\/em> und Perforationen des Bildes bekannt, allerdings ging es Claus um die von verschiedenen Seiten wahrnehmbare bildimmanente Dialektik von transparenter Vorder- und R\u00fcckseite. Er wollte hinter die Dinge schauen, R\u00fcckseiten erkennen, das Verborgene herausstellen und in Beziehung zur Oberfl\u00e4che setzen. Er gab in verschiedenen, monatelangen Arbeitsphasen dem Prozess des dialektischen Denkens eine Form, die sich im Dialog von Vorder- und R\u00fcckseite manifestierte.<\/p>\n<p>1964, dem Jahr der ersten Museumserwerbung in Dresden und der Fertigstellung seines fr\u00fchen Hauptwerks <em>Geschichtsphilosophisches Kombinat<\/em> (1959\u20131964), ver\u00f6ffentlichte er den zentralen Text dieser Jahre in Franz Mons Typos Verlag in Frankfurt am Main: <em>Notizen zwischen der experimentellen Arbeit \u2013 zu ihr<\/em>. In diesem Text legte er unter anderem seine \u00dcberlegungen zur Schrift, zum prozesshaften Arbeiten und zur Doppelseitigkeit von transparenten Bl\u00e4ttern dar. Das zweiseitige Arbeiten auf transparentem Papier, \u00fcber das er seit 1957 bereits intensiver nachdachte, begrifft er dabei als Reflektion \u00fcber die \u00bbFrage nach der Blatt-R\u00fcckseite als Existenz-Problem\u00ab, wie er noch 1989 an Werner Schmidt schrieb.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Die Ausgangsbasis seiner \u00dcberlegung war die Feststellung: \u00bbSchrift [\u2026 ist] zugleich Abbild.\u00ab<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Die Schriftzeichen verweisen nicht nur auf Begriffe und Ideen, also nach Saussure als \u203asignifiant\u2039 auf den \u203asignifi\u00e9\u2039, sondern stehen selbst als Zeichen f\u00fcr sich. Sie spiegeln zudem den Menschen, der sie formt, und sind \u00bbr\u00fcckw\u00e4rtige Landschaften des Ichs, das die angenommene, erlernte Schrift schreibt, wie Spiegelzeichen, Spiegelzeichen dessen, was als \u201aIch\u2018 durch das Auge blickt\u00ab. Der Blick des Schreibenden spiegelt sich in dem Blatt, die Person spiegelt sich darin, durch die Schriftzeichen wiederum l\u00e4sst Claus \u00bbSpiegel-R\u00e4ume\u00ab entstehen, die \u00bbversuchend \u203abetretbar\u2039\u00ab sind. Die Form, die er f\u00fcr diese Metaphorik findet, sind die diaphanen Bl\u00e4tter, die er doppelseitig bezeichnet und die, im Raum aufgestellt, von beiden Seiten zu betrachten sein sollen.<\/p>\n<p>Er f\u00fchrte seine Gedanken sehr viel weiter und globaler aus, ging auf verschiedene Kulturen und Epochen ein, und griff unter Verweis auf Ernst Bloch die Vorstellung utopischer Vexier- und Sinn-Bilder auf. Der Sprache bzw. dem Sprachbild als Spiegelung kommt dabei eine wichtige Funktion zu als \u00bbwechselseitige Vermittlung der objektiven und der subjektiven Wirklichkeit\u00ab. Das Prozesshafte des Niederlegens von Zeichen und Bildern auf beiden Seiten des Papiers entspricht dem Prozess des dialektischen Denkens, denn: \u00bbSprache, diese jene zuh\u00f6chst menschliche und vermenschlichende, dabei vielr\u00e4umig-offene Materie, Proze\u00df-Materie, ist in dem Augenblick, in dem Subjekt sich ihrer bedient, gar sie formiert, objektiv und subjektiv zugleich. Sie spiegelt die r\u00fcckw\u00e4rtige Landschaft des informierenden Ichs, mit seinen aus ihrer sich vorschiebenden Triebgef\u00fchlf\u00fchlern, und \u00fcbermittelt relativ objektive Sachverhalte, Mit-Teilungen.\u00ab<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> So k\u00f6nnen die Sprachbl\u00e4tter als Allegorien des Denkens verstanden werden.<\/p>\n<h2>Eulenspiegeleien<\/h2>\n<p>1964\u20131965 entwickelte Claus ein Blatt, das er als <em>Eulenspiegel-Reflex<\/em> betitelte (Kunstsammlungen Chemnitz \u2013 Carlfriedrich Claus Archiv, WVZ-Nr. 379, Abb. 2). Auch hier ging es zuerst um den Inhalt, weniger um die Form: Der Duktus der Hand war nicht zuerst Ausdruck eines unterbewussten Automatismus, sondern Ausdruck des Denkprozesses, wie er ihn in seinem oben genannten Text von 1964 beschrieb. Der Titel verweist auf die Geschichte des Till Eulenspiegel und f\u00fchrt damit, wie immer bei Claus, in den gr\u00f6\u00dferen inhaltlichen Kontext des Blattes ein, \u00bbals Er\u00f6ffnung des Prozesses, der sich zwischen Betrachter und Sprachblatt abspielen wird\u00ab.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> (Durch die pr\u00e4gnanten Titel werden Assoziationen geweckt, Denkreize stimuliert, bevor die Gefahr einer rein \u00e4sthetischen Betrachtung sich entwickeln k\u00f6nnte: Bei Claus hei\u00dft Sehen Denken.)<\/p>\n<p>Eulenspiegel ist der bekannte Protagonist des mittelniederdeutschen Volksbuchs, das 1510 zum ersten Mal publiziert wurde. In Braunschweig soll er, einem Narren gleich, die Menschen provoziert haben, indem er bestimmte bildliche Redewendungen und Metaphern w\u00f6rtlich nahm und so ihre Sinnlosigkeit aufdeckte. Aufgrund seines schelmenhaften \u00c4u\u00dferen und seiner Boshaftigkeit wurde er nicht f\u00fcr voll genommen, jedoch war er es, der die Unzul\u00e4nglichkeiten, die Angepasstheit und Dummheit seiner Mitmenschen und von Autorit\u00e4ten vorf\u00fchrte, ohne sich direkt angreifbar zu machen. Schon Erich K\u00e4stner hatte 1938 im Kontext der NS-Diktatur die Geschichte nacherz\u00e4hlt und damit die Lesart des Eulenspiegels als subversiv-satirische Figur des intelligenten Widerstands gepr\u00e4gt. Diese Rolle des anarchischen Provokateurs, der zumeist um der Wahrheit willen sich auf eine unangreifbare und boshaft-humorvolle Art gegen \u00fcberkommene Glaubenss\u00e4tze wehrte und damit den Anspruch auf Selbstbehauptung formulierte, wurde eine beliebte Figur in der DDR. Anfangs von der offiziellen Kulturpolitik im Sinne der Erbetheorie als Vork\u00e4mpfer der \u203akleinen Leute\u2039 vereinnahmt, wurde Eulenspiegel dann zunehmend ein beliebter Topos der camouflierten Eigensinnigkeit, ein Code f\u00fcr eine vordergr\u00fcndig einf\u00e4ltige, hintergr\u00fcndig machtkritische Haltung. Mit Satire wehrte man sich gegen die Parteiideologen. Literarisch wurde das Thema in der DDR von Christa und Gerhard Wolf erneut aufgegriffen, nachdem sich Bertolt Brecht in der unmittelbaren Nachkriegszeit damit pr\u00e4gend besch\u00e4ftigt hatte. Das Literatenpaar Wolf publizierte 1972 die Erz\u00e4hlung f\u00fcr den DEFA-Film <em>Till Eulenspiegel<\/em> (1975) von Rainer Simon, der sich einer gewissen Popularit\u00e4t erfreute und durchaus auch Ventilfunktion hatte.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Claus trug zu dieser Lesart mit dem <em>Eulenspiegel<\/em>-Blatt bei. Das doppelseitig auf empfindlichen Umschlagpapier mit Feder, Pinsel und Tusche beschriebene und bezeichnete Blatt zeigt \u00bbpapillarlinig\u00ab \u00fcber das gesamte Blatt verteilt Schriftelemente und Vibrationsspuren \u2013, die beidseitigen Schriftzeichen spiegeln die \u00bbr\u00fcckw\u00e4rtige Landschaft des Schreibenden im Moment seines Vorw\u00e4rtsschreibens\u00ab, wie er 1964 in seinem theoretischen Text schrieb.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Die Arbeit an dem <em>Eulenspiegel<\/em>-Blatt zog sich \u00fcber mehrere Monate hin. Begonnen hat Claus es in einzelnen Phasen 1964 und beendet 1965. In den verschiedenen Phasen setzte er eigene inhaltliche Akzente. So begann er mit der Darstellung des jungen Eulenspiegel, endete aber mit dem alten Schalk, wie er im Interview von 1976 erkl\u00e4rte, wobei die Phasen sich \u00fcberlagern und der junge nicht mehr erkennbar ist. Schreibend und linienf\u00fchrend erzeugte Claus auf Vorder- und R\u00fcckseite eine innere Landschaft, in der anthropomorphe Z\u00fcge mit dem verzerrten und fragmentierten Gesicht des Protagonisten Till Eulenspiegel zu erkennen sind. Eine kappen\u00e4hnliche Form ist oben rechts angedeutet. Zwei Augen, die durchbrochen sind und nach rechts unten zu blicken scheinen, und eine Mundpartie sind auf der Vorderseite des Blattes angedeutet; von hinten scheinen Umrisse, vibrierende Pinselsetzungen und ansatzweise lesbare W\u00f6rter durch. Dreht man das Blatt um, ist unter anderem zu lesen: \u00bbDie zerst\u00f6rte Spiegelung\u00ab. Die Spiegelung \u2013 oder eben \u203aReflexion\u2039, wie es im Titel in der doppelten Bedeutung von Spiegelung und Denkprozess hei\u00dft \u2013 ist einer der zentralen Begriffe auch des Textes von 1964. Andere Notate sind weniger gut zu lesen. Das eine Auge taucht auf der R\u00fcckseite ebenfalls als eigene Zeichnung in Korrespondenz zur Vorderseite wieder auf, w\u00e4hrend das andere von Ausdruckslinien \u00fcberzeichnet ist. Augen, zumeist losgel\u00f6st von der Darstellung eines Gesichts, waren seit 1962 ein h\u00e4ufig wiederkehrendes bildhaftes Zeichen bei Claus (etwa auf dem bekannte Blatt <em>Blickworte reflektierende Studie<\/em>, 1962\u20131963, WV-Nr. Z 301) und Symbol unter anderem f\u00fcr die Spiegelung des zeichnenden Ichs zwischen Subjekt und Objekt.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Mit der Darstellung des Eulenspiegels als Ich-Landschaft fiel die durch Bloch gepr\u00e4gte Vorstellung der \u00bbRealchiffre\u00ab zusammen: Die Hoffnung auf eine Ver\u00e4nderung des aktuellen Zustands, so Claus in einem Brief an Bloch, war ein utopischer Ansatz.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> In den Augenformen wiederum spiegelt sich der Betrachter in der unmittelbaren Sehsituation, integriert sich in den Seh- und Denkprozess. Die Sprachbl\u00e4tter \u00f6ffnen sich zu ihrer jeweiligen Gegenwart.<\/p>\n<p>Claus hatte die Volksbuchausgabe des Till Eulenspiegel als Ausgangspunkt genommen, in der die \u00bbHerrschaftsstrukturen in Frage gestellt wurden\u00ab, wie er 1976 sagte, \u00bbeben durch Eulenspiegel, den ich nicht wie im \u00fcblichen Gebrauch als puren Schalksnarren verstehe, sondern als einen, der das Gesagte wirklich beim Wort nahm, der Konventionen und Zw\u00e4nge von oben bewusst von unten zerst\u00f6rte\u00ab.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Er schrieb ihm also eine durchaus revolution\u00e4re Kraft zu und bettete ihn intellektuell ein in den historischen Materialismus als Abfolge von Gesellschaftsformationen, der in der DDR zur offiziellen Weltanschauung geh\u00f6rte. Das Eulenspiegel-Thema setzte Claus in Beziehung zu revolution\u00e4ren Figuren wie dem Prediger und Theologen Thomas M\u00fcntzer, mit dem er sich unter dem Eindruck von Bloch besch\u00e4ftigt hatte, und zu den Bauernkriegen. Dar\u00fcber hinaus hatte er wohl auch seine eigene Gegenwart im Blick, da Claus immer auch die \u00bbgesellschaftliche Wirksamkeit\u00ab seiner Bl\u00e4tter mitdachte.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Er interessierte sich bei der Infragestellung von Macht, von herrschaftlicher Gewalt durch Konventionen und Zw\u00e4nge f\u00fcr Eulenspiegel auch deshalb, weil dieser seinem eigenen Handeln Sprache zugrunde legte \u2013 die w\u00f6rtliche Umsetzung von Sprachbildern \u2013 und \u00fcber die Dekonstruktion von Sprache die Dekonstruktion von Macht betrieb. Claus beeindruckte die Radikalit\u00e4t Eulenspiegels, der sein Leben f\u00fcr seine \u00dcberzeugung auf\u2019s Spiel setzte. Man k\u00f6nnte versucht sein, die Eulenspiegel-Figur parallel zu lesen zu Claus\u2018 eigener Existenz \u2013 die von einer radikalen Kompromisslosigkeit hinsichtlich der eigenen Arbeit, von einem Leben des materiellen Verzichts am Rande des offiziellen gesellschaftlichen Lebens in Annaberg gepr\u00e4gt war \u2013 und zu seiner Arbeitsweise der Analyse sprachlicher Strukturen und Inhalte. Claus sah sich in seiner an Bloch geschulten Exegese von Karl Marx als unabh\u00e4ngiger Kommunist.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Angesichts der konstanten \u00dcberwachung, seiner eigensinnigen Haltung in Opposition zur Mehrheitsgesellschaft und den vom SED-Staat aufoktroyierten Normen kann angenommen werden,<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> dass Claus sich mit der Figur des Eulenspiegels durchaus identifizierte. Die Bezeichnung der \u201azerst\u00f6rten Spiegelung\u2018 suggeriert dabei aber keine einfache affirmative Identit\u00e4t, sondern eine zerrissene, fragmentierte, zweifelnde, die in der Ambivalenz des Till Eulenspiegel ihre Entsprechung suchte.<\/p>\n<p>Ausgestellt wurde das Blatt zuerst 1965 in Dresden durch Werner Schmidt. Jedoch wurden Darstellung und Thema zum Entstehungszeitpunkt Mitte der 1960er Jahre noch nicht besonders wahrgenommen. 1974 wurde es als Reproduktionsgrafik in h\u00f6herer Auflage vertrieben (WVZ-Nr. G 15), Zeichen auch des zunehmenden Erfolgs des Themas, zuerst als Offsetlithografie nach einem Foto der Zeichnung in einer Auflage von ca. 200 Exemplaren, dann in geringerer Auflage als Hand-Klischeedruck, nachdem es von Lothar Lang, dem Herausgeber der Berliner Kabinettpresse, als Frontispiz f\u00fcr die Publikation <em>Letzte Mappe <\/em>von 1974 ausgew\u00e4hlt worden war. Durch die anthropomorphen Formen und die Allusionen des Titels war das Blatt aber nicht nur etwas leichter zug\u00e4nglich, sondern es genoss knapp zehn Jahre sp\u00e4ter auch eine gewisse Popularit\u00e4t in der DDR, vor allem seit dem erneuten Aufkommen des Themas in der kurzzeitigen Liberalisierung Anfang der 1970er Jahre und dem Erscheinen des Buchs von Christa und Gerhard Wolf (1972) und des zugeh\u00f6rigen Films. Mit beiden stand Claus seit Beginn der 1970er Jahre in einem intensiven Austausch, ausgehend von der Zusendung einer Reproduktion des <em>Eulenspiegel<\/em>-Blatts im Juni 1971. Christa Wolf dankte es ihm und merkte an, nach dem Hinweis, dass sie es t\u00e4glich sehen: \u00bbIch glaube n\u00e4mlich, dass man sich in Ihre Arbeiten sehr hineinsehen mu\u00df, sie mit Ihren eigenen \u00c4u\u00dferungen dazu konfrontieren usw. Ich bin ziemlich sicher, da\u00df Sie zu jedem Blatt oder Zyklus einen Miniatur-Essay schreiben sollten, und beide zusammen w\u00e4re die Ihnen gem\u00e4\u00dfe \u00c4u\u00dferung zu einem Thema, die sicher vor allem den Zweck h\u00e4tte, andere, und sei es nur zu gedanklichen \u00c4u\u00dferungen und Gegen\u00e4u\u00dferungen, anzuregen.\u00ab<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Dies traf Claus\u2018 Vorstellung von der diskursiven Wirksamkeit seiner Sprachbl\u00e4tter. Die Vermutung liegt nahe, dass der Austausch zwischen ihnen die Auseinandersetzung mit dem Thema durch Christa und Gerhard Wolf noch bef\u00f6rdert hat.<\/p>\n<p>Umgekehrt gilt dies ebenso: Claus selbst hatte sich Mitte 1972 dem Thema erneut in einer Zeichnung zugewandt, dieses Mal in der Zeichnung <em>Till Eulenspiegels Grab als Denkprozess (seine Wiederkehr als Guerillero)<\/em>, in Feder und Tusche beidseitig auf Transparentpapier gezeichnet (WVZ-Nr. Z 592, Abb. 3). Ist der Gegenwartsbezug beim ersten Blatt von 1964\u20131965 noch st\u00e4rker hinter der historischen Vorlage kodiert, so wird er hier in zweifacher Hinsicht im Titel bereits betont, als gegenw\u00e4rtiger Denkprozess und als antagonistische Kraft der Guerilleros, also der (s\u00fcdamerikanischen) Widerstandsk\u00e4mpfer. Claus bezog sich hier auf die Passage der Beerdigung von Eulenspiegel, als ein Seil riss und der Sarg in die Vertikale rutschte, so dass der Tote scheinbar wieder auferstand. Laut Tagebucheintrag vom 19.11.1972 sah Claus die beiden Bl\u00e4tter in einem Zusammenhang und verstand Eulenspiegel als Revolution\u00e4r. Er hatte auch dieses sp\u00e4tere Blatt mehrfach \u00fcberarbeitet \u2013 eben ein Denkprozess \u2013 und bezeichnete es in einem Tagebucheintrag vom 5.11.1972 als \u00bbPsycho-Allegorie, die das Verwachsen unterschiedlichster psychischer Figuren und Tendenzen zu einem Konglomerat des Versch\u00fctteten demonstriert\u00ab.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Hatte er sich bei dem Blatt von 1964\u20131965 noch an der Aktualit\u00e4t des Protagonisten im historischen Volksbuch vor dem Hintergrund der Bauernkriege abgearbeitet, blickte er mit diesem Blatt auf die globalen Konflikte seiner Gegenwart. Er hatte in dieser Zeit mehrere Bl\u00e4tter zu den Konflikten in Vietnam (<em>Vietnam: Un aspect de la paix<\/em>, 1973, WVZ-Nr. Z 608) und zum Putsch der Junta in Chile geschaffen (z.B. <em>Submarines im Bewusstsein \u2026<\/em>, 1973, WVZ-Nr. Z 609). Nun diente Eulenspiegel als Vorbild eines neuen Protagonisten, der sich k\u00e4mpferisch f\u00fcr die Unterdr\u00fcckten einsetzte: \u00bb\u203aEulenspiegel-Reflex\u2039 hat das Leben, Weiterleben des Eulenspiegel des Volksbuchs zum Inhalt. \u203aEulenspiegels Grab \u2026\u2039 sein (wie jedes Menschen) bitteres Sterben und seine \u203aAuferstehung\u2039 als anderer\u00ab, schrieb er an Christa und Gerhard Wolf. \u00bbAls R\u00e4cher. Man k\u00f6nnte evtl. auch sagen: Guerilla. D.h. zu dem Eulenspiegel, der da aus dem Grab steigt, muss das Buch, m\u00fcssen die Geschichten erst noch geschrieben werden.\u00ab<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Claus schrieb diese Geschichte zwar nicht, aber sie lie\u00df ihn nicht los: 1983 verfasste er einen Text zu seinem zweiten Eulenspiegel-Blatt und ging auf die dreimalige Beerdigung und die Wiederkehr des Eulenspiegel als Guerillero ein.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Wie auch in vielen seiner anderen Sprachbl\u00e4tter zeigte er sich als politisch engagierter K\u00fcnstler, als Kommunist, dessen Engagement zwar \u00e4hnliche Themen wie von der offiziellen parteipolitischen Agitation in der DDR aufgriff, das aber dieser in ihrer Haltung diametral entgegenstand. Intellektuell und k\u00fcnstlerisch, aber auch politisch handelte Claus eher selbst als Guerillero, als K\u00e4mpfer f\u00fcr Selbstbestimmung der Menschen, f\u00fcr Gerechtigkeit und Gleichheit. Angeregt von Ernst Bloch, ging es ihm in seinen Sprachbl\u00e4ttern um die Emanzipation und Befreiung des Menschen durch das Denken zum \u00bbErlernen der M\u00fcndigkeit\u00ab.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Eulenspiegel war dabei eine ihn \u00fcber Jahrzehnte hinweg begleitende Leitfigur.<\/p>\n<p><a name=\"pdf\"><div class=\"wp-block-pdfemb-pdf-embedder-viewer\"><a href=\"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Festschrift-Holler_1964-1965_Bussmann.pdf\" class=\"pdfemb-viewer\" style=\"\" data-width=\"max\" data-height=\"max\" data-toolbar=\"bottom\" data-toolbar-fixed=\"off\">Festschrift-Holler_1964-1965_Bussmann<\/a><\/div><\/a><\/p>\n<p><a name=\"Literatur\"><strong>Literatur<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Ausst.-Kat. Chemnitz 2005<br \/>\n<em>Schrift. Zeichen. Geste. Carlfriedrich Claus im Kontext von Klee bis Pollock<\/em>, Ausst.-Kat. Kunstsammlungen Chemnitz, 24.7.\u20139.10.2005, hrsg. von Ingrid M\u00f6ssinger, Brigitta Milde, K\u00f6ln: Wienand Verlag 2005.<\/p>\n<p>Bloch 1954<br \/>\nErnst Bloch, <em>Das Prinzip Hoffnung<\/em>, Berlin: Aufbau Verlag 1954, Bd. 1.<\/p>\n<p>B\u00f6ttcher 2018<br \/>\n<em>Nun schauen mich immer mindestens vier Augen an. Carlfriedrich Claus, Gerhard Wolf, Christa Wolf. Der Briefwechsel 1971\u20131998<\/em>, bearb. v. Anka Paula B\u00f6ttcher mit Gerhard Wolf, hrsg. vom Kunstkeller Annaberg e.V. und Chemnitzer Verlag, Chemnitz: Chemnitzer Verlag 2018.<\/p>\n<p>Mon 2005<br \/>\nFranz Mon, \u00bbClaus lesen\u00ab, in Ausst.-Kat. Chemnitz 2005, 38\u201345.<\/p>\n<p>Schmitz-Emans 2007<br \/>\nMonika Schmitz-Emans, \u00bb\u201aUtopisch aufgeschlagene Landschaft\u2018 Romantische Weltbuchtopik, Ernst Blochs Chiffernkonzept und Carlfriedrich Claus&#8216; graphische Denklandschaften\u00ab, in <em>Das Paradigma der Landschaft in Moderne und Postmoderne: (Post-) Modernist Terrains: Landscapes \u2013 Settings \u2013 Spaces<\/em>, hrsg. von Manfred Schmeling, Monika Schmitz-Emans, W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann 2007, 265\u2013289.<\/p>\n<p>Schmidt 1990<br \/>\nWerner Schmidt, \u00bb\u2026 et altera pars. Die R\u00fcckseite als Mittel der Kunst von Carlfriedrich Claus\u00ab, in Werner 1990, 34\u201339.<\/p>\n<p>Schumann 1976<br \/>\nHenry Schumann, <em>Ateliergespr\u00e4che<\/em>, Leipzig: VEB Seemann Verlag 1976.<\/p>\n<p>Verheyen 2004<br \/>\nBettina Verheyen, <em>Till Eulenspiegel. Revolution\u00e4r, Aufkl\u00e4rer, Au\u00dfenseiter. Zur Eulenspiegel-Rezeption in der DDR<\/em>, Frankfurt (Main) u.a.O.: Lang 2004.<\/p>\n<p>Werner 1990<br \/>\n<em>Carlfriedrich Claus. Erwachen am Augenblick. Sprachbl\u00e4tter<\/em>, Publikation anl\u00e4sslich der gleichnamigen Ausstellung St\u00e4dtische Museen Karl-Marx-Stadt 14.6.\u201319.8.1990, Westf\u00e4lisches Landesmuseum f\u00fcr Kunst und Kulturgeschichte, M\u00fcnster 14.10.1990\u20136.1.1991 u.a.O., bearb. v. Klaus Werner, Karl-Marx-Stadt, M\u00fcnster 1990 (zugleich Werkverzeichnis von Carlfriedrich Claus).<\/p>\n<p><a name=\"Anmerkungen\"><strong>Anmerkungen<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Carlfriedrich Claus im Interview mit Henry Schumann, in Schumann 1976, 19\u201335, hier 21\u201322.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Schmitz-Emans 2007, 279.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Claus in Schumann 1976, 23.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Claus in Schumann 1976, 31.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Ausst.-Kat. Chemnitz 2005, 198.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Bloch 1954, 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Schumann 1976, 32 bzw. 31. Die \u00dcberwachung durch die Staatssicherheit, unter anderem im operativen Vorgang \u00bbEremit\u00ab, h\u00e4lt bis zum Ende der DDR an.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Siehe Schmidt 1990.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Claus zit. in Schmidt 1990, 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Dieses und die folgenden Zitate aus dem Text hier zitiert aus dem Wiederabdruck in Werner 1990, 91\u2013103, hier 92.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Claus in Schumann 1976, 29.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Siehe u.a. Verheyen 2004.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Claus in Werner 1990, 103.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> \u00bbIm Bild der Landschaft\u00ab, so die Literaturwissenschaftlerin Monika Schmitz-Emans 2007 mit Blick auf das <em>Eulenspiegel<\/em>-Blatt, \u00bbkonvergieren f\u00fcr Claus offenbar Objekt- und Subjektsph\u00e4re.\u00ab (Schmitz-Emans 2007, 281.)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Claus in einem Brief an Ernst Bloch, 8.8.1974, in Werner 1990, 21, hier z. n. Schmitz-Emans 2007, 282.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Claus in Schumann 1976, 33.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Ebd., 31.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> In einem Brief an Christa und Gerhard Wolf vom 25.5.1972 definierte er: \u00bbKommunismus (= herrschaftslose Gesellschaft)\u00ab, was nicht auf die von ihm erlebte DDR-Gesellschaft zutraf, aber sicherlich auch nicht auf die westliche (in B\u00f6ttcher 2018, 22).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Claus f\u00fchlte sich seit Anbeginn sowohl in der Zeit des Nationalsozialismus als auch in der DDR ausgegrenzt und nicht zugeh\u00f6rig, kultivierte seine Unabh\u00e4ngigkeit und Eigenwilligkeit: \u00bbWas schon meine Kindheit beherrschte, das Gef\u00fchl, kein Deutscher zu sein und auch kein Deutscher sein zu wollen, ist geblieben\u00ab, schrieb Claus an Christa und Gerhard Wolf am 7.2.1973, \u00bbich lebe als Fremder in der DDR.\u00ab (Ebd., 34.)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Ebd., 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Zit. n. Werner 1990, 243 (WV-Nr. Z 592).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> B\u00f6ttcher 2018, 38\u201339.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Abgedruckt in Werner 1990, 243 (WV-Nr. Z 592).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Claus in einem Brief an Christa und Gerhard Wolf, 28.9.1974, in B\u00f6ttcher 2018, 93.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PDF Literatur Anmerkungen Carlfriedrich Claus geh\u00f6rt auf k\u00fcnstlerischem und intellektuellem Gebiet zu den gro\u00dfen Solit\u00e4ren der Nachkriegszeit in Ostdeutschland, als individuelle K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit jenseits des Mainstreams und fern der staatlichen Kulturpolitik. Sucht man nach ihm in den einschl\u00e4gigen \u00dcbersichtswerken zur Kunst in Deutschland oder in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, ist es zumeist vergebens. Bei Carlfriedrich Claus, k\u00fcnstlerisch und intellektuell ein Autodidakt und mit der Welt durch Korrespondenzen verbunden, f\u00fchrte die Zur\u00fcckgezogenheit seiner Existenz in der Peripherie der DDR dazu, dass er zeitlebens ein Nischendasein fristete und bis heute nicht von einem gr\u00f6\u00dferen Publikum wahrgenommen wird. Claus war<\/p>\n<p><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/good-vibrations-anmerkungen-zu-carlfriedrich-claus-eulenspiegel-reflex-1964-1965\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1017,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[9,182],"tags":[522,473,520,526,524],"class_list":["post-1013","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aufsatz","category-publikationen","tag-carlfriedrich-claus","tag-ddr","tag-denklandschaften","tag-eulenspiegel","tag-sprachblaetter"],"aioseo_notices":[],"aioseo_head":"\n\t\t<!-- All in One SEO 4.9.8 - aioseo.com -->\n\t<meta name=\"description\" content=\"PDF Literatur Anmerkungen Carlfriedrich Claus geh\u00f6rt auf k\u00fcnstlerischem und intellektuellem Gebiet zu den gro\u00dfen Solit\u00e4ren der Nachkriegszeit in Ostdeutschland, als individuelle K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit jenseits des Mainstreams und fern der staatlichen Kulturpolitik. 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Bei Carlfriedrich","twitter:image":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Claus_CCA5.3.2.-290_WVZ-Z379_LT_Dig-A3.jpg","twitter:label1":"Verfasst von","twitter:data1":"Fr\u00e9d\u00e9ric Bu\u00dfmann","twitter:label2":"Gesch\u00e4tzte Lesedauer","twitter:data2":"21 Minuten"},"aioseo_meta_data":{"post_id":"1013","title":null,"description":null,"keywords":null,"keyphrases":null,"primary_term":null,"canonical_url":null,"og_title":null,"og_description":null,"og_object_type":"default","og_image_type":"default","og_image_url":null,"og_image_width":null,"og_image_height":null,"og_image_custom_url":null,"og_image_custom_fields":null,"og_video":null,"og_custom_url":null,"og_article_section":null,"og_article_tags":null,"twitter_use_og":false,"twitter_card":"default","twitter_image_type":"default","twitter_image_url":null,"twitter_image_custom_url":null,"twitter_image_custom_fields":null,"twitter_title":null,"twitter_description":null,"schema":{"blockGraphs":[],"customGraphs":[],"default":{"data":{"Article":[],"Course":[],"Dataset":[],"FAQPage":[],"Movie":[],"Person":[],"Product":[],"ProductReview":[],"Car":[],"Recipe":[],"Service":[],"SoftwareApplication":[],"WebPage":[]},"graphName":"","isEnabled":true},"graphs":[]},"schema_type":"default","schema_type_options":null,"pillar_content":false,"robots_default":true,"robots_noindex":false,"robots_noarchive":false,"robots_nosnippet":false,"robots_nofollow":false,"robots_noimageindex":false,"robots_noodp":false,"robots_notranslate":false,"robots_max_snippet":null,"robots_max_videopreview":null,"robots_max_imagepreview":"large","priority":null,"frequency":null,"local_seo":null,"breadcrumb_settings":null,"limit_modified_date":false,"ai":null,"created":"2023-09-20 03:46:43","updated":"2025-06-04 05:26:08","seo_analyzer_scan_date":null},"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"7dc2c635e1cd481c8e93e5dc412f4db2","server":"vg06.met.vgwort.de","url":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/7dc2c635e1cd481c8e93e5dc412f4db2"},"wp-worthy-type":"normal","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Claus_CCA5.3.2.-290_WVZ-Z379_LT_Dig-A3.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p863Lt-gl","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1013"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1076,"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1013\/revisions\/1076"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}