{"id":1196,"date":"2022-09-13T13:27:12","date_gmt":"2022-09-13T11:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/?p=1196"},"modified":"2026-09-18T00:06:17","modified_gmt":"2026-09-17T22:06:17","slug":"laudatio-karl-clauss-dietel-anlaesslich-seiner-ehrung-als-grosser-chemnitzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frederic.bussmanns.eu\/blog\/laudatio-karl-clauss-dietel-anlaesslich-seiner-ehrung-als-grosser-chemnitzer\/","title":{"rendered":"Laudatio Karl Clauss Dietel anl\u00e4sslich seiner Ehrung als &#8222;Gro\u00dfer Chemnitzer&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>13.9.2022<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Pr\u00e4sident,<br \/>\nsehr geehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister,<br \/>\nliebe Maria Dietel,<br \/>\nliebe rotarischen Freundinnen und Freunde,<\/p>\n<p>heute wird ein \u201egro\u00dfer Chemnitzer\u201c mit einer Tafel hier am Roten Turm geehrt. Ein Karl-Chemnitzer, wie er selbst sagen w\u00fcrde, und von dem ich gar nicht so genau wei\u00df, wie er einer solchen Ehrung gegen\u00fcbergestanden h\u00e4tte: Karl Clauss Dietel.<\/p>\n<p>Der Rotary Club Chemnitz ehrt Freund Dietel heute mit dieser Platte, die er im \u00dcbrigen vor \u00fcber 10 Jahren selbst entworfen hat. Er wird hier eingereiht in eine lange Liste von 35 Pers\u00f6nlichkeiten, leider vornehmlich nur M\u00e4nner, die zum Wohle der Stadt Chemnitz sich eingebracht haben und \u201eGro\u00dfes\u201c vollbrachten. Es ist, erlauben Sie mir diese Bemerkung, eine etwas aus der Mode gekommene Form, von \u201egro\u00dfen Pers\u00f6nlichkeiten\u201c sprechen zu wollen, die so gar nicht in unsere postheroische Zeit passt. Ich finde diese Ehrung aber sehr richtig, es werden hier keine Statuen errichtet \u2013 kein Monument wie der hier gegen\u00fcberstehende \u00fcberdimensionalen Kopf von Karl Marx \u2013, sondern es wird ein dezenter Hinweis gegeben. Ein Hinweis zumindest f\u00fcr diejenigen, die auf ihre Umwelt achten, in dem Bewusstsein, dass wir unsere Gegenwart immer auch dem Wirken und Denken von anderen verdanken. \u201eWas Du ererbt von Deinen V\u00e4tern hast, erwirb es, um es zu besitzen\u201c, fasste Johann Wolfgang von Goethe eine solche geschichtsbewusste Haltung vor 200 Jahren zusammen. Aus dem Bewu\u00dftsein f\u00fcr Geschichte erw\u00e4chst auch Verantwortung. Und so sollte man meines Erachtens auch diese Ehrung heute verstehen, nicht als Ausdruck von selbstzufriedenem Lokalpatriotismus, sondern als Teil unserer Erinnerungskultur und kritischem Selbstbewusstsein.<\/p>\n<p>Sicher, Clauss Dietel, so wie ich ihn kennengelernt habe, und das ist nicht sehr lange gewesen, war durchaus selbstbewusst, manche sagen auch machtbewusst. Aber ich habe ihn nie als eitel oder gro\u00dfspurig empfunden, sondern es ging ihm immer um die Sache, zu der er Einiges beigetragen hat und Vieles zu sagen wusste. Es ging ihm um die k\u00fcnstlerische \u00c4sthetik der funktionalen Form, der Poesie des Funktionalen. Das war sein Lebensthema, mit dem er sich in der Praxis ebenso wie in der Lehre intensiv auseinandersetzte und f\u00fcr das er vehement stritt. Eine Stadt kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, einen solchen engagierten und bisweilen auch unbequemen Streiter f\u00fcr die richtige Form in allen Lebensbereichen zu haben. Zu Recht forderte er ein Bewusstsein f\u00fcr \u00c4sthetik und f\u00fcr die Traditionslinien ein, die uns bis heute formen und bis heute begl\u00fccken. Er selbst reihte sich in diese Tradition ein, die hier Chemnitz mit Henry van de Velde und Marianne Brandt ihren Anfang nahm.<\/p>\n<p>Clauss Dietel ist zu Anfang des Jahres mit 87 Jahren verstorben. Ein langes Leben, und, so ist es mein Eindruck gewesen, ein erf\u00fclltes Leben, das er mit seiner Frau Maria und den Kindern, mit vielen Freunden und Kollegen intensiv f\u00fchrte. In den letzten Monaten ist viel \u00fcber Dietel geschrieben und gesagt worden, sodass ich nur sehr wenige und kurze biografische Stichworte nennen m\u00f6chte. 1934 bei Glauchau geboren, absolvierte er unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg dort eine Lehre als Maschinenschlosser, schrieb sich dann in Zwickau an der Ingenieurschule f\u00fcr Kraftfahrzeugbau ein, wo er bis 1956 war; er ging dann bis 1961 an die Hochschule f\u00fcr angewandte und bildende Kunst in Berlin-Wei\u00dfensee. Eine wichtige Zeit also, da er sich hier in der Ausbildung von einem Ingenieur mit Spezialisierung Fahrzeugbau hin zu einem offeneren, kreativeren k\u00fcnstlerischen Umfeld bewegte. In diese Zeit fallen wichtige Kontakte und Erfahrungen mit Designern und Formgestaltern der fr\u00fchen DDR, die wie etwa Mart Stam eine Br\u00fccke zur Vorkriegsmoderne wie dem Bauhaus geschlagen hatten.<\/p>\n<p>Der Niederl\u00e4nder Stam hatte in den 1920er und 1930er Jahren mit wichtigen Architekten und Designern der Moderne wie Max Taut, Hans Poelzig, Ludwig Mies van der Rohe und anderen zusammengearbeitet; er war nach dem Krieg zuerst Direktor der Hochschule f\u00fcr Werkkunst in Dresden und dann ab 1950 Direktor in Wei\u00dfensee, wo er auch mit Marianne Brandt zusammenarbeitete, bevor er 1952 infolge der Formalismusdiskussionen die Hochschule und dann die DDR wieder verlie\u00df. Dietel hat also nicht direkt bei Stam studiert, aber immer wieder die gro\u00dfe Stellung hervorgehoben, die er hatte, gerade auch mit Blick auf Marianne Brandt, die f\u00fcr ihn als Gestalterin von gro\u00dfer Bedeutung war und um die er sich auch pers\u00f6nlich sp\u00e4ter sehr gek\u00fcmmert hat. Brandt und Dietel, gleichwohl sie eine Generation \u00e4lter war, verband nicht nur die Stadt Chemnitz, sondern auch die Poesie der funktionalen Gestaltung und der Wunsch, menschengerecht zu gestalten.<\/p>\n<p>Dieser Wunsch brachte Dietel nach seiner Studienzeit zur\u00fcck in seine Heimatregion, nach Karl-Marx-Stadt, wo er anfangs f\u00fcr den VEB <em>Zentrale Entwicklung und Konstruktion f\u00fcr den Fahrzeugbau <\/em>gearbeitet hat; f\u00fcr Eisenach gestaltete er den Grundentwurf des Wartburg 353 und zusammen mit Lutz Rudolph auch die Innenausstattung. Sehr fr\u00fch zeigte sich zu der Zeit Dietels Drang nach Unabh\u00e4ngigkeit und Selbstbestimmung, sodass er sich ab 1963 freischaffend und im Kollektiv bet\u00e4tigte. Zusammen mit Lutz Rudolph und zum Teil auch mit Dieter von Amende, die das Kollektiv 3f bildeten, entwarf er viele unterschiedliche Produkte, die die Alltagskultur in der DDR ma\u00dfgeblich pr\u00e4gten. Viele von Ihnen werden diese Objekte aus eigener Lebenserfahrung kennen: neben LKW, Autos und Motorr\u00e4dern wie die ber\u00fchmte Simson S50 und S51, gestaltete er Me\u00dftechnik, Schreibmaschinen wie die ber\u00fchmten Erika, Radios wie das Heliradio und Lautsprecher, Computer, Telefone, oder ganze Maschinen wie die gro\u00dfe Strickmaschine im Industriemuseum. Auch f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Raum hat Dietel Objekte entworfen, so Sitzmobiliar, Plastiken, Lichtgestaltungen und Brunnen, sp\u00e4ter dann auch ganze Raum- und Farbgestaltungen, Signets, kommemorative Tafeln und vieles mehr. Vieles davon ist bis heute noch in Chemnitz und anderen St\u00e4dten zu sehen. Wie nur wenige hat Dietel das Leben von zwei Generationen in der DDR \u00e4sthetisch-funktional mitgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Bis ins hohe Alter war er aktiv und befasste sich mit der Gestaltung der Lebenswelt, zu der auch der Erhalt alter Bausubstanz geh\u00f6rte, gegen deren Abriss durch die Stadt er sich vehement und \u00f6ffentlichkeitswirksam einsetzte, leider bisweilen vergeblich. Denn das Neue zu gestalten ging bei ihm immer einher damit, sich des Alten und der guten Traditionen zu erinnern. Entsprechend stark war sein Engagement f\u00fcr Marianne Brandt und das Bauhaus, das bis in die 1970er Jahre hinein in der DDR keineswegs ein positiver Referenzpunkt gewesen war.<\/p>\n<p>Parallel zu seiner Arbeit als Formgestalter hatte Dietel immer die N\u00e4he zur Lehre gesucht, hat von 1967 bis 1975 Lehrauftr\u00e4ge an der Burg Giebichenstein in Halle inne, danach in Schneeberg, wo er dann auch 1984 zum Professor berufen wurde, 1986 zum Direktor.<\/p>\n<p>Zahlreich waren die Auseinandersetzungen mit Funktion\u00e4ren, die er mit Blick auf eine gute und menschenfreundliche Gestaltung f\u00fchrte, was zumeist aus b\u00fcrokratischem Kleingeist und mangelnden Ressourcen abgelehnt wurde. Insgesamt 7 Nachfolgemodelle f\u00fcr den Trabant hatte Dietel seit 1965 an entworfen, ohne dass ein einziges in die Produktion ging! Die Dispute mit Funktion\u00e4ren m\u00f6gen \u00fcberraschen, wusste Dietel doch immer auch wie mit der Macht und dem System umzugehen sei, um in der SED-Diktatur nicht unterzugehen und seine Ziele zu verwirklichen. Er selbst war eine Zeit lang in der SED und SED-Bezirksleitung von Karl-Marx-Stadt gewesen, wurde zugleich aber von der Staatssicherheit observiert, seine N\u00e4he zu den eigensinnigen K\u00fcnstlern im Umfeld der Clara Mosch war hier wohl ausschlaggebend. Er hatte offizielle Stellungen inne, war Vorsitzender der Sektion Formgestaltung des VBK, seit 1974 auch Vizepr\u00e4sident des Verbands, kurz vor dem Ende der DDR, 1988, wurde er sogar zum Pr\u00e4sidenten des VBK in der Nachfolge von Willi Sitte gew\u00e4hlt. Aber nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht, wenn man aus der Distanz darauf schaut, Dietel kannte die Mechanismen der Macht und wusste damit umzugehen. Meines Wissens nach missbrauchte er seine Stellung aber nicht und stand zu seinen \u00dcberzeugungen, beugte sich nicht der Partei, wie sich an seinem R\u00fccktritt von der Funktion des Vizepr\u00e4sidenten des VBK 1981 zeigt, als das 1972 gegr\u00fcndete Amt f\u00fcr industrielle Formgestaltung zu \u00fcbergriffig, vereinheitlichend und bestimmend wurde. Das Leben und Arbeiten in der DDR war ein st\u00e4ndiges Abw\u00e4gen von N\u00e4he und Distanz zu Partei und Staat, die Verh\u00e4ltnisse waren nicht Schwarz-Wei\u00df, sondern umfassten viele Graut\u00f6ne, deren Bewertung noch aussteht.<\/p>\n<p>Viele Details k\u00f6nnten noch genannt werden, viele Erfolge und Misserfolge, eine lange Liste an Auszeichnungen etwa aus der DDR-Zeit wie den Nationalpreis der DDR 1980 oder den Preis DDR im Kollektiv 1984 oder dann nach der Vereinigung als bisher einziger ostdeutscher Gestalter auch den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2014.<\/p>\n<p>Clauss Dietel verstand sich nie als reiner Praktiker, auch wenn er sich bisweilen so bezeichnete. Seine Arbeit in den Hochschulen, seine Artikel, die er in renommierten Zeitschriften ver\u00f6ffentlichte, sein Engagement im Verband und vieles mehr zeichnete ihn als einen nicht nur universell gebildeten und interessieren Gestalter aus, sondern auch als jemanden, der sinnvoll und menschlich wirken wollte, der etwas ver\u00e4ndern und voranbringen wollte, und dabei sein gro\u00dfes Wissen mit seiner praktischen Arbeit in Verbindung brachte. Erlauben Sie mir ein Zitat von Walter Scheiffele, sehr guter Kenner der deutschen Designgeschichte, der auch die vor gut einem Jahr erschienene Publikation zu Dietel verfasst hat, die mithilfe der Kunstsammlungen erschienen ist: \u201eDas zeichnet Karl Clauss Dietel vor vielen Gestaltern aus: eine durchg\u00e4ngig mit der industriellen Praxis ringende Theoriebildung, die im Diskurs mit K\u00fcnstlern, Kunstwissenschaftlern und Philosophen nach dem geistigen Grund der Gestaltung sucht. Wie wenige andere \u2013 vergleichbar scheint da Rudolf Horn, der die Frage nach dem Finalisten in der Formgebung aufgeworfen hat \u2013 erkundet Dietel in der Geschichte der Moderne deren Bewegungen zwischen Kunst und Technik, die dem allt\u00e4glichen Leben der Gesellschaft von Nutzen sind. F\u00fcr das \u201eoffene Prinzip\u201c, die \u201eGebrauchspatina\u201c, f\u00fcr \u201eLanglebigkeit, Leichtigkeit, Lebensfreundlichkeit\u201c, sich zur\u00fcckhaltenden Dinge, die den Menschen mehr Gr\u00f6\u00dfe zubilligen, setzt er sich ein. Gestaltung, nicht Design, war daf\u00fcr der Begriff, mit dem zu operieren war.\u201c<\/p>\n<p>Walter Scheifele nennt hier einen sehr wichtigen Punkt, der vielleicht zum wichtigsten Verm\u00e4chtnis von Dietel gez\u00e4hlt werden kann \u2013 und den er, das sei immer wieder betont, aus seiner Zeit und den Produktionsbedingungen zusammen auch mit Kollegen wie Lutz Rudolph entwickelte: das \u201eoffene Prinzip\u201c und die gro\u00dfen 5 L, mit denen er seine Grundhaltung formulierte und die wir heute als ein Prinzip der Nachhaltigkeit verstehen k\u00f6nnen. 1982 fasste er diese Gestaltungsprinzipien in einem Text f\u00fcr die DDR-Designzeitschrift <em>form + zweck <\/em>als Gegenmodell zum b\u00fcrokratischen Zentralismus aus Berlin zusammen: Die Produkte sollten langlebig, leicht, l\u00fctt, also klein, lebensfreundlich und leise gestaltet sein. Erlauben Sie mir, dass ich ihm noch mal direkt das Wort in verk\u00fcrzter Form gebe. \u201eLanglebig sollten unsere Dinge sein. Menschliches weist \u00fcber die Zeit eines Menschen hinaus. Nicht f\u00fcr den Tag und baldiges Wegwerfen, sondern f\u00fcr langes Nutzen sind die Sachen zu gestalten. Gebrauchspatina als \u00e4sthetischer Reiz des Nutzens und Brauchens muss daf\u00fcr an Produkten m\u00f6glich sein. [\u2026] Leicht m\u00fcssen unsere Dinge werden, um es uns nicht so schwer zu machen. [\u2026] Alles, was schwer ist, grenzt sch\u00f6pferisch freien Umgang mit den Dingen ein. [\u2026] L\u00fctt, klein, ist jede Sache im Raum anzustreben. [\u2026] Alles Dingliche, was die Funktion erf\u00fcllend dies bei kleinstem Volumen erreicht, macht den Menschen gr\u00f6\u00dfer. [\u2026] Lebensfreundlich soll die zweite Natur erwachsen, die der Mensch sich erschafft. [\u2026] Fertigung, Verteilung und Nutzung der Dinge m\u00fcssen deshalb durch ihre Gestaltung auf \u00f6kologische Verantwortung hin entwickelt werden. Alle biologischen Prozesse sollen nicht belastet, sondern gef\u00f6rdert werden. [\u2026] Leise m\u00f6chten die Dinge um uns sich verhalten. F\u00f6rderlich dem Gespr\u00e4ch, dienend der Muse, dem Spiel und der sch\u00f6pferischen Anstrengung \u2013 sie alle nicht st\u00f6rend.\u201c<\/p>\n<p>Leise, oder eher nachdenklich, m\u00f6chte ich auch die Laudatio auf Clauss Dietel beenden. Was bleibt? ist die Frage, die wir uns alle zum Ende stellen. Was bleibt von Dietel in dieser Stadt, materiell, aber vor allem ideell, neben dieser und anderen ehrenvollen W\u00fcrdigungen? Aus meiner Sicht ist hier zu nennen das offene Prinzip des nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen, das seit Carl von Carlowitz doch eigentlich fest in das Bewusstsein dieser Stadt verankert sein m\u00fcsste, aber lange nicht war. Nachhaltigkeit ist eigentlich ein Chemnitzer Prinzip! In Chemnitz wurde Frei Otto geboren, dessen Leichtbauweise nach nat\u00fcrlichen Prinzipien in den 1970er und 1980er Jahre revolution\u00e4r war und heute noch eine der zukunftsweisenden, weil ressourcen- und energiearmen Konstruktionsweisen ist. Chemnitz als Stadt der Nachhaltigkeit \u2013 immerhin ist die Stadt einer von 3 vom Bund gef\u00f6rderten Standorten zur Wasserstoffforschung in Deutschland, was grandios ist! Chemnitz als Stadt der nachhaltigen Gestaltung, des gr\u00fcnen Produktdesigns. Noch ist das nicht der Fall, obwohl die Stadt gute Voraussetzungen daf\u00fcr hat. Wir haben hier die Traditionen, zum Teil die Firmen, die Ideen und die Energie. Aber haben wir auch den Mut, eine solche an Dietel angelehnte Zukunftsperspektive weiter zu formulieren und umzusetzen? Ist es sinnvoll, die Diskussionen um die Etablierung eines Studiengangs oder gar einer Fachhochschule f\u00fcr Gestaltung hier in Chemnitz wiederaufzunehmen? Kann es einen Preis f\u00fcr nachhaltiges Design zu Ehren von Clauss Dietel geben? Brauchen wir nicht ein Forum f\u00fcr Gestaltung, wie Dietel selbst es forderte, in dem die verschiedenen Einrichtungen und Vereine ihre Sammlungen, ihr Wissen und ihre Energien zusammenbringen, um weiter an der \u00e4sthetischen Lebensweltgestaltung und Verbesserung der Lebensbedingungen unter der Ma\u00dfgabe der Nachhaltigkeit zu arbeiten? Lassen Sie uns Claus Dietel als gro\u00dfen Chemnitzer ehren, aber vor allem lassen Sie uns ihm gedenken als jemanden, der f\u00fcr die Menschen hier etwas bewirken wollte, was im Einklang mit den menschlichen Bed\u00fcrfnissen und dem Umgang mit den nat\u00fcrlichen Ressourcen stand! Die wahre Gr\u00f6\u00dfe zeigt sich in der Zur\u00fcckhaltung, aber nicht in der Passivit\u00e4t. Den geistigen Energieimpuls, den uns Clauss Dietel gab, lassen Sie uns ihn aufnehmen und in seinem Sinne Gro\u00dfes mit Blick auf Chemnitz als Stadt der Nachhaltigkeit schaffen.<\/p>\n<p>Vielen Dank!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13.9.2022 Sehr geehrter Herr Pr\u00e4sident, sehr geehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister, liebe Maria Dietel, liebe rotarischen Freundinnen und Freunde, heute wird ein \u201egro\u00dfer Chemnitzer\u201c mit einer Tafel hier am Roten Turm geehrt. Ein Karl-Chemnitzer, wie er selbst sagen w\u00fcrde, und von dem ich gar nicht so genau wei\u00df, wie er einer solchen Ehrung gegen\u00fcbergestanden h\u00e4tte: Karl Clauss Dietel. Der Rotary Club Chemnitz ehrt Freund Dietel heute mit dieser Platte, die er im \u00dcbrigen vor \u00fcber 10 Jahren selbst entworfen hat. 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